Christiane Fichtner

Foto Christiane Fichtner 015

Biografie 015

Text: Maiko Tachi
Kostüm:
Hanna Hollmann
Maske: Hanna Hollmann
Foto: Coelestine Engels







Biografie 015


Biografie Christiane Fichtner

Geboren 1974 als Tochter deutscher Diplomaten in Tokyo

Mit fünfzehn Jahren hatte sie eine leidenschaftliche Liebesbeziehung zu Yoshitomo Nara, einem japanischen Künstler. C.F. wurde schwanger, ihr Kind starb jedoch nach einer Frühgeburt. Von Trauer überwältigt unternahm C.F. einen Selbstmordversuch. Nachdem sie drei Monate in einer psychiatrischen Klinik verbracht hatte, zog sie mit ihrer Mutter nach Kyoto, wo sie zur Kunst fand. Sie lebte und arbeitete in dem Gästehaus eines Tempels. C.F.s umfangreiches und vielfältiges Œuvre entstand im großen Wohnzimmer.

Ihr Werk bestand damals aus einer 400-teiligen Serie mit Blumenabbildungen, die durch die Nahansichten zwischen Abstraktion und Realismus changierten. Ein wichtiges Bild aus dieser Serie ist die Studie einer Päonie, die auf einer Gruppenausstellung in Tokyo gezeigt wurde. Die Blume ist in der Vorderansicht und überlebensgroß dargestellt, sie hat nur wenige Blätter und eine einzige weiße Knospe. Das Bild wurde von ihrem ehemaligen Geliebten Yoshitomo Nara erworben, der in der unnatürlich großen Blume den Stolz und die Würde der Künstlerin zu erkennen meinte.

Viele von C.F.s Werken tragen autobiografische Züge. Etliche ihrer Skizzen sind Selbstportraits oder Portraits ihrer Mutter. In all den Jahren hatte sie eine Vielzahl von Skizzen von ihrem früh geborenen Kind gemacht, das sie nie gesehen hatte. Jedoch blieben diese Skizzen immer im unveröffentlichten Rahmen. Es blieben für sie Übungsskizzen. Sie setzte sich mit den Bildern und der Kunstgeschichte der westlichen und europäischen Kunst auseinander sowie den Werken der alten japanischen Darstellungen. Sie hatte nicht die Absicht, ein realistisches Portrait zu malen. Sie war auf der Suche nach einem Geist eines Bildes, welches sie nicht zu finden imstande war.

Sie unternahm eine Reise, um eine Reihe von Studien auf den Teeplantagen von Uji zu machen. Anhand dieser zahlreichen Studien entstand auch ein Gemälde. Die Bildfläche des Bildes war einzig und allein mit den hintereinander liegenden, sich überlappenden Reihen der weich gerundeten Teebüsche ausgefüllt, die in verschiedenen Licht- und Schattenpartien wiedergegeben sind. Diese Auseinandersetzung mit Lichtpartien führte zu ihrer Studie von Himmelsformationen. Bis zum heutigen Tage malt sie an Bildern, die die Lichtverhältnisse von Himmelausschnitten zeigen. Teilweise nur noch pastellfarben, ohne konkrete Formen von Wolken, zeigen sich verschiedene Farbflächen, die sie durch den Farbauftrag zum Leuchten bringt.

Sie lebt und arbeitet zurückgezogen in einem Tempel von Kosho-ji in Uji.

 

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